Der Eiserne Rhein: wer ist dafür und wer dagegen?

Die Meinungen über den Eisernen Rhein gehen weit auseinander. Wer ist dafür und wer ist dagegen, dass der Eiserne Rhein wiederbelebt wird:

Viersen:
In Dülken dafür, weil dann die Strecke Viersen-Venlo entlastet wird. In Viersen selbst ist man dagegen, weil man glaubt, dass dann wieder mehr Verkehr durch Viersen rollt. Der rollt nur so oder so durch Viersen, egal wie ob die Züge aus Venlo, Roermond-Mönchengladbach oder Aachen (Montzenroute) kommen.

Krefeld:
Dagegen, gleiche Gründe wie Viersen. Hoffnung auf die teure A40-Variante.

A40-Ortschaften:
Hier ist man für den Eisernen Rhein, weil dann keine neue Strecke entlang der A40 nötig wird.

Duisburg:
Uneingeschränkt dafür, und zwar so schnell wie möglich. Der Eiserne Rhein würde den Logport stärken und langfristig Arbeitsplätze schaffen. Auf die Konkurrenz in Venlo kann man verzichten.

Mönchengladbach:
Dagegen, weil man glaubt, der Eiserne Rhein bringe nur mehr Verkehr und keinerlei Vorteile (vergleiche Meinung Venlo). Sowohl einige Kommunalpolitiker als auch die Anti-Eiserner-Rhein-Initiativen haben jedoch den Unterschied zwischen der Umgehungsbahn und dem Eisernen Rhein noch nicht verstanden. Viele denken, die Umgehungsbahn sei der Eiserne Rhein.

Neuss:
Uneingeschränktes Ja zum Eisernen Rhein, weil der aufstrebende Hafen mit dem Eisernen Rhein auf der historischen Route bestens und schnellstens angeschlossen wäre.

Wegberg:
Natürlich dagegen. Man verkennt jedoch die Chance, die eine grundsätzliche Reaktivierung incl. Personenverkehr auch für Wegberg bringen würde.

Venlo:
Für den Eisernen Rhein, und zwar über Venlo. Es fehlt wohl die Verbindung zum belgischen Eisenbahnnetz, die man in den Niederlanden sicherlich nicht bauen wird. Man möchte zu gerne den Logistikstandort Venlo ausbauen und die Verkehre vor dem Eintreffen in Duisburg abfangen und verteilen.

Roermond:
Verhalten dagegen, die geplante Umgehung des Eisernen Rheins um Roermond würde die Situation für Roermond entscheidend verbessern. Stadt und Region könnten wirtschaftliche Impulse dringend gebrauchen.

Weert/Budel:
Strickt dagegen, weil die Reaktivierung nur mehr Durchgangsverkehr bringt.

Neerpelt/Mol/Geel:
Naja, warum eigentlich nicht, oder vielleicht besser doch nicht, man weiß es nicht ...

Die Wirtschaft:
Im Prinzip durchweg in allen Orten der Region und überregional neutral oder positiv. Insbesondere die IHKs plädieren für die Wiedereröffnung.

Die Politik:
Die Meinungen gehen im Prinzip mit den Meinungsbildern aus den Städten und Gemeinden konform. Die Politik sucht sich gerne empörte Bevölkerungsgruppen und vertritt deren Meinung. Die CDU hat sicherlich das Problem, dass sie mit Ihrer Haltung zum Eisernen Rhein auf Unverständnis in der Wirtschaft stösst. Die SPD hat das Problem, dass sie sich fragen lassen muss, warum sie nicht schon früher aktiv an einer Wiederbelebung gearbeitet hat. In den einzelnen Orten wird natürlich auch strikt dagegen argumentiert. Die Grünen sind in dieser Frage nicht einheitlich. Natürlich ist man für mehr Güter auf der Schiene, aber die Ortsdurchfahrten bereiten der Partei einige Probleme. Die FDP, als Sprachrohr der Wirtschaft, ist fast durchgehend für den Eisernen Rhein. Hier ist der Wettbewerbsgedanke sehr stark. Eine Alternative im Güterverkehr zu Betuwe- und Brabantroute und somit mehr Wettbewerb zwischen Rotterdam und Antwerpen wäre sinnvoll.

Die Bahn/B-Rail/ProRail:
Alle haben mit der Reaktivierung keine Probleme. Man ist sich hier darüber im Klaren, dass besonders Güterverkehr auf der der Schiene immer zu wieder zu Protesten bei den Anwohnern führt. Wo diese Proteste letztlich entstehen, ist eigentlich egal. Der Schienengüterverkehr wächst zur Zeit mit 8-10% jährlich schneller als der Strassengüterverkehr.