Unternehmensbefragung zum Investitionsbedarf

Zum dritten Mal nach 2002 und 2004 hat der Verband Deutscher Verkehrsunternehmen (VDV) eine Unternehmensbefragung zum Investitionsbedarf im Bundesschienenwegenetz aus Sicht der Nutzer durchgeführt. Auf Grundlage der Umfrageergebnisse ist die Vorschlagsliste für Investitionsprojekte bei Infrastrukturen der bundeseigenen Eisenbahnen umfassend aktualisiert und erweitert worden. Die Liste enthält jetzt nahezu 200 Projektvorschläge. Beteiligt waren neben den VDV-Mitgliedern aus den Sparten Schienengüterverkehr, Personenverkehr mit Eisenbahnen sowie Verbundorganisation/Aufgabenträger auch die Mitglieder der Bundesarbeitsgemeinschaft der Aufgabenträger im SPNV (BAG).

Die Zahl der Nutzer des Bundesschienenwegenetzes und die von Ihnen produzierte Verkehrsleistung haben in den vergangenen Jahren massiv zugenommen. Die Vorschlagsliste zeigt eindrucksvoll, dass Zustand und Entwicklung des Netzes für die gesamte Branche und ihre Kunden von vitaler Bedeutung sind. Die Liste enthält hinsichtlich Art und Umfang sehr unterschiedliche Massnahmen- und Projektvorschläge. In vielen Fällen sind es aber vergleichsweise geringe Massnahmenvolumina, mit denen die Produktions- und Marktbedingungen in den Schienenverkehrsmärkten verbessert und die Kunden stärker an die Angebote der Eisenbahnen gebunden werden können.

Ebenso unterschiedlich ist die "Reife" der vorgeschlagenen Projektvorschläge. Während einzelne Vorschläge bereits weitgehend durchgeplant sind und kurz vor der Umsetzung stehen, hat bei anderen die Planung noch nicht einmal begonnen. Solche Projekte werden vom Infrastrukturbetreiber teilweise durchaus als verfolgenswert eingestuft. Sie rangieren in der Prioritätenskala bislang aber nicht in der ersten Reihe.

Dabei wird von vielen Unternehmen der Rückbau von Kreuzungsmöglichkeiten, Weichenverbindungen sowie von Neben-, Abstell- und Ladegleisen kritisch bewertet. Die damit verbundene Reduzierung der Netzflexibilität wirke sich insbesondere bei der Konstruktion von Ad-hoc-Trassen und im Störungsfall zum Nachteil der Eisenbahnverkehrsunternehmen aus. Vor allem im Güterverkehr werde es immer schwieriger, flexibel auf Anforderungen der Frachtkunden zu reagieren, wenn die vorzuhaltende Infrastruktur an den aktuellen Betriebsprogrammen ausgerichtet werde. Angesichts der positiven Geschäftsentwicklung im Schienengüterverkehrsmarkt seien kurzfristige Problemlösungen dringend erforderlich.

Hier die Projekte, die den Eisernen Rhein mittelbar oder unmittelbar betreffen:

Laufende Projekt-Nr.: 95
Kursbuchstrecke/n: 485 und 490
Abschnitt: Wickrath - Rheydt-Odenkirchen
Problem: Verbindungskurve würde das Durchfahren von Zügen aus Belgien in den Raum Köln unter Verzicht der Nutzung der Hochgeschwindigkeitsstrecke Köln - Aachen ermöglichen und damit das Kopfmachen in Aachen West entbehrlich machen.
Massnahme: Bau Verbindungskurve.

Laufende Projekt-Nr.: 96
Kursbuchstrecke/n: 487
Abschnitt: Mönchengladbach - Dalheim (Roermond)
Problem: Überlastung des Knoten Aachen insbesondere zwischen Aachen West und Aachen Hbf insbesondere durch überregionalen Güterverkehr.
Massnahme: Entlastung des Knotens Aachen vom überregionalen Güterverkehr durch das Vorhaben "Eiserner Rhein". In diesem Zusammenhang Wiederaufnahme des grenzüberschreitenden Personenverkehrs.

Laufende Projekt-Nr.: 97
Kursbuchstrecke/n: 490
Abschnitt: Rheydt-Odenkirchen - Rheydt Hbf
Problem: Mangelnde Kapazität
Massnahme: Anstatt teuren Ausbaus der vorhandenen eingleisigen Strecke Bau einer Verbindungsspange, die südlich Odenkirchen nach Nordwesten führt und entlang der BAB A 61 Rheydt Gbf. erreicht. Hierdurch Nutzungsmöglichkeit der Strecke Rheydt Gbf – Viersen-Helenabrunn für den Güterverkehr zur Entlastung des stark belasteten Abschnitts Rheydt Hbf – Mönchengladbach Hbf bei Trennung Pv / Gv.